Der englische Komponist, Pianist und Dirigent erhielt als Siebenjähriger seinen ersten Klavier-, später auch Violaunterricht. Seine Mutter erkannte sehr früh das Potential ihres Sohnes, welcher bereits mit fünf Jahren erste Kompositionen geschrieben hatte, und förderte ihn gezielt. Im Alter von 14 Jahren genoss er erstmals Kompositionsunterricht beim englischen Komponisten Frank Bridge. Dieser Unterricht erweiterte seine Kenntnisse um die Strömungen zeitgenössischer europäischer Musik (u. a. der zweiten Wiener Schule um Berg und Schönberg), die damals in England kaum bekannt waren. Danach studierte er drei Jahre am Royal College of Music Klavier und Komposition.
Britten sah seine Aufgaben vor allem auf dem Gebiet der Oper, und dabei vor allem in der Erneuerung und Institu tionalisierung des englischsprachigen Musiktheaters – ein Vorhaben, welches er später unter anderem mit seinen Opern «Peter Grimes» (1944/45) und «Death in Venice» (1973) erfüllt hat. Erstere verhalf ihm zum internationalen Durchbruch. 1948 begründete er zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, das Musikfestival in Aldeburgh, wo er nicht nur seine eigenen Werke aufführte, sondern auch Konzerte, Lesungen und Kulturanlässe aller Art organisierte. Unter anderem fand dort im Jahre 1958 die Uraufführung der Kinderoper «Noah’s Flood» statt.
Die Kompositionen Brittens umfassen Orchesterwerke und Kammermusik, vor allem aber Vokalmusik (Oper, Lieder, Kompositionen für Chor). Zu seinen bekanntesten und bis heute populären Werken zählen neben den bereits genannten das «War Requiem» op. 61 (1961), «Saint Nicolas» op. 42 (1948), das die MKB zusammen mit der KKB im Dezember 2005 aufführte, und die Oper «A Midsummer Night’s Dream» op. 64 (1960).
Benjamin Britten (1913 – 1976)
