«Lord Jesus, think on me» – «Herr, denk an mich»: Mit dieser Hymne bittet die
Gemeinde (bitte singen Sie nach Möglichkeit mit) den Herrn um Vergebung
und Gnade. Dieser ist arg erzürnt über sein lasterhaftes und sündiges Volk und kündigt an, alles, was er einst geschaffen hat, zu vernichten – mit Ausnahme von Noah und seiner Familie, seinen einzigen treuen Anhängern. Er gibt Noah genaue Anweisung, ein Schiff zu bauen, um mit seiner Familie und einem kleinen Gefolge von verschiedenen Tieren die grosse Flut, die da kommen und vierzig Tage und Nächte andauern wird, zu überstehen. Noah macht sich sogleich ans Werk, wobei ihm seine Söhne Sem, Ham und Jaffett und deren Frauen nach Kräften behilflich sind – nicht so Noah’s Frau und ihre Tratschtanten («Gossips»), welche das Feiern der harten Arbeit vorziehen und sich im Übermut gar über Noah und seine fleissigen Helfer lustig machen.
Das Schiff ist schliesslich zur Überfahrt bereit; Noah’s Frau, noch ganz im Taumel der durchzechten Nacht, lässt sich jedoch nicht zum Einsteigen bewegen. Auch nachdem auf erneutes Gebot Gottes alle Arten von Tieren an Bord des Schiffes angekommen sind und alle nur noch auf Mrs. Noah warten, lässt sich diese bis im letzten Moment nicht erweichen. Als sie schlussendlich doch noch – gegen ihren Willen – aufs Schiff gezogen werden kann, ohrfeigt sie ihren Mann sogar dafür. Für ihre Tratschtanten kommt indes jede Hilfe zu spät.
Der Sturm bricht los und die Arche sticht in See – hin- und hergeschüttelt durch die unvorhersehbaren Launen des aufbrausenden Windes. Auch an dieser Stelle hat Benjamin Britten einen Choral («Eternal Father») eingefügt, welcher von der Gemeinde mitgesungen wird – in höchster Verzweiflung nach zahlreichen Tagen auf unverändert stürmischer See.
Nur sehr zögerlich glätten sich die Wogen. Noah, der auf Nummer sicher gehen möchte, schickt zunächst einen Raben und eine Taube los, um das Land nach
trockenen Stellen auszukundschaften. Und tatsächlich – die Taube kommt nach
einiger Zeit mit einem frischen Olivenzweig zurück. Noah und sein Gefolge
verlassen langsam das Schiff und stimmen in einen sich immer mehr steigernden
Lobgesang ein («Alleluja»), welcher schliesslich in den feierlichen Choral «The
spacious firmament» übergeht. Zum Schluss erscheint nochmals der nun liebevolle
und besänftigte Gott, welcher verspricht, derartige Racheakte gegenüber seinem
Volk in Zukunft nie wieder durchzuführen.
Simon Peter Korrepetition & Assistenz
